Erwachsene
Was ist Häusliche Gewalt?
Häusliche Gewalt betrifft Frauen, Männer, Kinder und Jugendliche in jeder Altersgruppe, in jeder sozialen Schicht und in jeder Nachbarschaft. Auch Kinder erleben Häusliche Gewalt oft mit, direkt oder indirekt. Häusliche Gewalt umfasst alle Formen von Gewalt, die zwischen Menschen in engen sozialen Beziehungen auftreten und meist in Partnerschaften oder Ex-Partnerschaften stattfinden. Kinder sind dabei immer mitbetroffen, auch wenn sie nicht selbst angegriffen werden.
Formen Häuslicher Gewalt
- Psychische Gewalt z.B. Einschüchterung, Drohungen, Beleidigungen, Kontrollverhalten, u.a.
- Körperliche Gewalt z.B. Schlagen, Schubsen, Würgen, u.a.
- Sexualisierte Gewalt z. B. Vergewaltigung, Nötigung, Belästigung, u.a.
- Soziale Gewalt z.B. Isolierung von Freund*innen und Familie, Verbieten von Kontakten, u.a.
- Digitale Gewalt z.B. Kontrolle von Handy oder Laptop, Abhörsysteme, Videoüberwachung, u.a.
- Ökonomische Gewalt z.B. Kontrolle über Geld und Konto, Arbeitsverbot, Schulden aufzwingen, u.a.
Kinder und Häusliche Gewalt?
Kinder erleben Häusliche Gewalt immer mit, unabhängig davon, ob sie die Gewalt direkt beobachten oder „nur“ hören, spüren sie die angespannte Atmosphäre. Was für Erwachsene ein Konflikt zwischen den Eltern ist, bedeutet für Kinder oft Angst, Unsicherheit und den Verlust des Gefühls von Sicherheit und Geborgenheit.
Jedes Kind reagiert unterschiedlich auf diese Belastung. Alter, Persönlichkeit und die Dauer der Gewalterfahrungen spielen dabei eine Rolle. Häufig zeigen Kinder jedoch ähnliche Anzeichen:
- Sie wirken ängstlich, traurig oder ziehen sich zurück.
- Andere reagieren mit Wut, Unruhe oder aggressivem Verhalten.
- Manche übernehmen früh Verantwortung für Geschwister oder versuchen, Konflikte durch besonders angepasstes Verhalten zu vermeiden.
- Auch Konzentrations- und Lernschwierigkeiten, Schlaf- oder Essprobleme sowie Kopf- oder Bauchschmerzen können Ausdruck der seelischen Belastung sein.
- Langfristig erhöht Häusliche Gewalt das Risiko für psychische Erkrankungen und kann das spätere Beziehungs- und Konfliktverhalten beeinflussen.
Nicht jedes dieser Anzeichen weist auf Häusliche Gewalt hin. Treten mehrere Veränderungen gleichzeitig auf oder halten sie über längere Zeit an, sollten sie jedoch ernst genommen werden. Kinder brauchen in solchen Situationen Schutz, Unterstützung und verlässliche Erwachsene, die ihre Belastung wahrnehmen und ihnen helfen.
Was Erwachsene wissen sollten
Häusliche Gewalt belastet die ganze Familie, besonders Kinder. Sie nehmen Spannungen und Ängste meist sehr genau wahr, auch wenn sie nicht alles direkt miterleben. Häufig versuchen sie, das Geschehen zu verstehen, und geben sich dabei manchmal selbst die Schuld.
Deshalb ist es wichtig, mit Kindern altersgerecht über die Situation zu sprechen. Sie müssen nicht alle Einzelheiten kennen, sollten aber wissen, dass Gewalt niemals in Ordnung ist und dass sie keine Verantwortung für das Verhalten der Erwachsenen tragen.
Hilfreiche Botschaften sind zum Beispiel:
- „Du bist nicht schuld.“
- „Du kannst jederzeit mit mir über Deine Sorgen sprechen.“
- „Es ist nicht in Ordnung, wenn jemand verletzt oder bedroht wird.“
- „Du bist nicht allein.“
Solche Gespräche können für Eltern und Angehörige sehr belastend sein. Sie müssen diese Situation jedoch nicht allein bewältigen. pepper unterstützt dabei, Kinder zu stärken und gemeinsam passende Wege für die Familie zu finden.
Hier gibts es Unterstützung
Auch wenn auf dieser Homepage vor allem die Situation von Kindern im Mittelpunkt steht, richtet sich dieser Hinweis auch an betroffene Elternteile. Denn wenn Sie Häusliche Gewalt erleben, sind auch Sie von den Folgen betroffen und haben das Recht auf Schutz, Unterstützung und Beratung.
Viele Betroffene versuchen, die Situation allein zu bewältigen oder glauben, stark bleiben zu müssen. Doch Hilfe anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, es kann ein wichtiger Schritt sein, um sich selbst und Ihren Kindern mehr Sicherheit und Stabilität zu ermöglichen. Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen.
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